Diese Seite drucken
Do27.Mär

Franz Eder - Nachruf

Franz Eder - Nachruf Foto: Bernhard Bodner 2009

Der Vilger Vater ist heimgegangen

Auf Erden war ich Bauersmann,
oft baute ich den Samen an,
begrub ihn, tat die Erde drauf
und allzeit ging er herrlich auf.

Diese Dichterworte auf seinem Andenkenbild klingen wie das geistige Vermächtnis von Franz Eder, Altbauer zu Vilger in Hof.

Er wurde als sechstes der zwölf Kinder von Maria Aloisia und Ferdinand Eder 1928 auf dem Unterklapfer Bergbauernhof in Uttenheim/Südtirol geboren. Unter bescheidenen Verhältnissen wuchs Franz in einer christlichen Familie heran. Aber die düsteren Wolken von Faschismus und 2. Weltkrieg bedrohten ihr Leben. Sein älterer Bruder Vinzenz fiel 1944 in den Kämpfen von Monte Cassino. Der junge Franz entkam mit Glück dem Dienst in der deutschen Wehrmacht. Von Jugend an lernte er die schwere Bergbauernarbeit und machte sich als Aushilfskraft auf anderen Höfen nützlich.

1956, ein Jahr nach dem Tod seines Vaters, übernahm er den Heimathof. Eine Sternstunde gab es im Jahr 1958, als sein Bruder Alois Primiz feierte. Franz lernte um dieselbe Zeit Karolina Mayr, das Staffiner Lindl von Strassen, kennen, die er 1959 in Maria Trens heiratete. Zunehmende gesundheitliche Beschwerden durch die harte Arbeit auf dem steilen, unerschlossenen Bauerngut zwangen ihn zum Verkauf des elterlichen Hofes. Mit bereits fünf Kindern übersiedelte man 1966 nach Tessenberg und pachtete dort das Messner Gut samt Messnerdienst. 1969 erwarb die Familie das Vilger Gut in Strassen/Hof. Unter großen Anstrengungen wurde für die weichende Besitzerin Rosa Ortner ein eigenes Wohnhaus nördlich der Bundesstraße erbaut und in den 80er-Jahren das veraltete Vilger Haus abgetragen und ein neues Wohn- und Wirtschaftsgebäude errichtet. Inzwischen war die Zahl der Kinder auf zehn angewachsen, sie wählten vor allem Sozialberufe und gründeten eigene Familien. Tochter Agnes trat 1985 in den Orden "Das Werk" ein, von den beiden Söhnen wurde Johannes Arzt und Ferdinand, der jüngere, übernahm 1993 den Vilgerhof.

Das Alter schenkte dem Vilger Vater noch gute Jahre. Vielseitig konnte er mithelfen, in Stall und Feld, beim Hüten der Kühe und Herrichten des Brennholzes. Mit seiner Karolina wagte er auch einige Reisen, sie pilgerten nach Rom und ins Heilige Land. Viel Freude erlebte er mit seinen Enkelkindern. Ein schmerzvolles Ereignis war im Jahr 2000 der tödliche Verkehrsunfall seines ältesten Bruders Josef, der auf dem Vilgerhof als verlässliche Arbeitskraft diente; ein freudiger Anlass war das Fest der goldenen Hochzeit 2009.

Nun trübten die Beschwernisse des Alters auch beim Vater das Leben und erforderten manchen Spitalsaufenthalt. Zuletzt wurden er und seine auch pflegebedürftige Frau mit großem Einsatz von seinem Sohn Ferdinand und dessen Frau Karoline sowie den Helferinnen des Sozialsprengels Oberland betreut. Am 26. März, beim abendlichen Betläuten, legte er sein Leben im Alter von 86 Jahren in Gottes Hand zurück.

In der Bauernstube zu Vilger war der Verstorbene würdig aufgebahrt, begleitet vom Gebet zahlreicher Besucher. Am Begräbnistag nahm Seelsorgeraumpfarrer Mag. Hansjörg Sailer die Aussegnung vor, welche die Bläsergruppe umrahmte. Der lange Leichenzug zeigte, wie geachtet und beliebt der Vilger Vater in der Dorfgemeinschaft war. Acht Priester feierten das vom Männerchor und den Angehörigen mitgestaltete Requiem, Hauptzelebrant war sein Bruder, Pater Alois, assistiert von Msgr. Dr. Franz Mayr, seinem Schwager, der christliche Worte der Hoffnung sprach, und vom Ortspfarrer.

Auf dem Friedhof verabschiedeten sich Schützen und Feuerwehr, deren Mitglied der Vilger Vater durch Jahrzehnte war, beim Lied vom Guten Kameraden mit dem Fahnengruß am offenen Grab.

Zu Herzen gehend war der Lebenslauf, in dem Sohn Ferdinand zu Beginn des Requiems seinen Vater in Bildern zeichnete, als tief gläubigen Mann der Gastfreundschaft, Hilfsbereitschaft und Friedensliebe und zuletzt als naturverbundenen Sämann, wie er über den Acker schreitet, mit weitem Wurf das Korn der Erde anvertraut und prophetisch spricht:

Auch ich werde nichts anderes sein,
als diese Samenkörnelein,
so werd' auch ich einst auferstehn
und freudig meinen Heiland sehn.

KS