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Sa02.Jan

Nachruf für Maria Bodner

"Der verstorbenen Maria Bodner wurde zum neuen Jahr ein ganz neuer Beginn, nämlich das ewige Leben, geschenkt." Diese tröstlichen Worte von Ortspfarrer MMag. Hansjörg Sailer gaben dem Begräbnis der Brunner Mame, die am 2. Jänner zu Hause nach langer Krankheit im 88. Lebensjahr wohl vorbereitet starb, eine Sicht voll christlicher Hoffnung und den Angehörigen Trost.

Zahlreiche Verwandte und Bekannte aus Strassen und von auswärts hatten die Seelenrosenkränze im Heimathaus zu Brunner besucht und bewegten sich mit Musikkapelle und Feuerwehr im langen Trauerzug zur St. Jakobskirche. Das Requiem wurde durch stimmungsvolle Lieder des Männerchores und passende Beiträge der Angehörigen zu einer Dankesfeier an Gott, der viele durch diese gute Mutter reich beschenkt hat. "Krippe und Kreuz gehören schon in der Weihnachtszeit zusammen, auch das Leben von Maria Bodner war von Freud und Leid geprägt, doch sie hat es vorbildlich gemeistert", meinte der Ortspfarrer. Auf dem Friedhof intonierten nach den Grabgebeten des Pfarrers Musikkapelle und Männerchor die musikalische Verabschiedung, und zwei Vereinsfahnen neigten sich ins offene Grab.

Auf dem Anter-Hof in der Abfaltersbacher Fraktion Einöd begann 1922 das Leben von Maria, geb. Leiter, als ältestes von elf Kindern. Ihre Kindheit und Jugend fiel in die Zwischenkriegszeit und in die Jahre des 2. Weltkrieges, was mit kargem Leben und schwerer bäuerlicher Arbeit verbunden war. 1948 heiratete sie Peter Bodner, den ältesten Brunnersohn in Strassen, der glücklich aus dem Weltkrieg zurückgekehrt war. Sechs Buben und drei Mädchen schenkte sie in den Folgejahren das Leben, neben ihrer Erziehung und der Hausarbeit musste sie als Bäuerin auch in Stall und Feld mithelfen. Trotzdem fand sie noch Zeit für die dörfliche Gemeinschaft, in der sie 1956 - 1976, also 20 Jahre, als erste Ortsbäuerin wirkte.

Zwei Schicksalsschläge machten ihr schwer zu schaffen, als 1969 ihr ältester Sohn Peter 20-jährig in Südtirol einem tragischen Verkehrsunfall zum Opfer fiel und acht Jahre später im Alter von 38 Jahren Josef Huber, vlg. Knapper, der Mann ihrer ältesten Tochter Maria, in Strassen ebenfalls tödlich auf der Straße verunglückte. Ihr Mann Peter, mit dem sie noch an dessen Krankenbett das 40-jährige Hochzeitsjubiläum feiern konnte, ging ihr 1988 in den Tod voraus. Trotz der vielen Arbeit und der traurigen Ereignisse blieb die Brunner Mame eine herzensgute Mutter, immer mit einem gütigen Lächeln im Gesicht. Freude erfuhr sie durch ihre tüchtigen Kinder, deren 20 Enkel und neun Urenkel. Viel Kraft holte sich die tief religiöse Frau, zwei ihrer Schwestern wählten den geistlichen Beruf, im Gebet und Gottesdienst in der Dreifaltigkeitskirche.

Leider wurde sie in den letzten Jahren von einer Krankheit heimgesucht, die vor allem ihr Gedächtnis immer stärker beeinträchtigte, sodass sie ständiger aufopfernder Pflege durch ihre Schwiegertöchter und ihre Tochter Maria bedurfte. Ihre schwindenden Kräfte konnten schließlich einer akuten Erkrankung nicht mehr standhalten. Mit dem Tod der Brunner Mame ist ein arbeitsreiches, gütiges und friedvolles Leben zu Ende gegangen, das allen, die sie kannten,
in dankbarer Erinnerung bleiben wird. KS