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Mi06.Mai

Kasperler Mutter feiert den 100-er

Frau Bodner Maria feierte als erste Strassenerin am 6. Mai 2009 ihren 100 er. Wohlauf konnte die Jubilarin angetroffen werden. Das Augenlicht und die Füße wollen nicht mehr so recht, so der Sohn Alois.

Auf die Frage, was man tun muss, um 100 Jahre alt zu werden, meinte das Geburtstagskind: "Man darf einfach nicht vorher sterben."

Diesen Anlass nahm die Gemeindeführung wahr, um recht herzlich zu gratulieren und vor allem auch einen Dank auszusprechen.

Zum Titelbild v.l.: Sohn Alois, Schwiegertochter Imelda, die Jubilarin Maria Bodner, Bürgermeister Friedrich Wieser, Vizebürgermeister Ing, Karl Mair und Kapellmeister Franz Wieser.

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Die Jubilarin erfreute sich am wunderschönen Blumenstrauß und über den Geschenkskorb. Auch ein Gratulationsschreiben wurde überreicht.

Die Kasperler Mutter ist 100 Jahre alt

OB Bericht von Karl Schett

Erstmals in der Dorfgeschichte von Strassen konnte mit Maria Bodner vlg. Kasperler eine Gemeindebürgerin diesen hohen runden Geburtstag feiern. Entsprechend zahlreich waren auch die Gratulanten, die sich am 6. Mai im Heimathaus der Jubilarin in der Fraktion Heising einfanden. Vormittags feierte Ortspfarrer Hudson Lima Duarte mit der Familie eine Hausmesse und am frühen Nachmittag kam Bgm. Vitus Monitzer von St. Veit in Defr., wo Sohn Stefan als Pfarrer wirkt, auf Besuch. Kurz darauf erschien die Gratulationsabordnung der Heimatgemeinde mit Bgm. Friedrich Wieser, Vize-Bgm. Ing. Karl Mair, Gemeindesekr. Bernhard Bodner und OSR Franz Wieser und überreichte einen Blumenstrauß und Geschenkskorb. Bgm. Wieser hob in seinen Glückwünschen hervor, dass die Kasperler Mutter durch ihre gesunde, bescheidene Lebensart, die vorbildliche Arbeitshaltung und tiefe Gläubigkeit ihr Leben auf besondere Art gemeistert hat.

Maria wurde am 6. Mai 1909 als zweitälteste Tochter von Johann und Kreszenz Jeller geboren. Da ihre ältere Schwester Cäcilia nach Vierschach heiratete und sie keinen Bruder hatte, war sie als Erbin des Kasperler Bauernguts vorgesehen. 1937 ehelichte sie Alois Bodner, den zweitältesten Sohn von Hattinger in Messensee, der aber bereits 1940 in den Zweiten Weltkrieg einrücken musste und erst 1946 aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte. Den überaus harten Kriegsjahren folgten ebenso karge Zeiten, in denen Maria Bodner gemeinsam mit ihrem Mann ihre vier Söhne (ein fünfter starb halbjährig) und zwei Töchter zu redlichen und tüchtigen Menschen erzog: Alois wurde Bauer, Stefan Priester, Eduard HS-Lehrer, Markus Religionsprofessor, Maria heiratete nach Lienz und Klara wurde Haushälterin bei ihrem Bruder Stefan. Auch ein Ziehsohn namens Peter fand Aufnahme in der achtköpfigen Familie. Heute freut sich die Uroma über ihre zwölf Enkelkinder und sechs Urenkel.

Für die Kasperler Mutter galt wohl ganz der Grundsatz: "Zwei Lebensstützen brechen nie, Gebet und Arbeit heißen sie." Sie scheute keine Arbeit in Haus, Hof und Feld, und mit großer Sparsamkeit ging sie mit den Gütern des Lebens um. Der tägliche Rosenkranz und die heilige Messe waren ihr ein Anliegen und oft pilgerte sie zur schmerzhaften Muttergottes in die Heisinger Kapelle. Neben der Arbeit verbrachte sie viele Stunden beim Nähen, auch im Garten und bei ihren geliebten Blumen war sie oft anzutreffen. Große Freudentage bedeuteten für sie die Primiz ihres zweitältesten Sohnes Stefan 1967 und das 50-jährige Hochzeitsjubiläum 1987. Als ihr ältester Sohn Alois 1971 heiratete und den Bauernhof übernahm und ihr Mann 1994 starb, arbeitete sie ungebrochen weiter. Doch im Jahre 2001 wurde ihre Mobilität durch einen Unfall im Hause zusehends eingeschränkt, sodass sie seither der Pflege durch die Hausleute und zuletzt auch durch den Sozialsprengel bedarf.

Der vergangene Muttertag war wohl sehr passend, um das seltene Fest mit ihrer ganzen Familie zu begehen. Mögen die zahlreichen Glückwünsche für eine zufrieden stellende Gesundheit in Erfüllung gehen, damit die Kasperler Mutter mit Gottes Hilfe die kommende Zeit bewältigt.

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Text zum Foto: Die 100-jährige Kasperler Mutter sowie ihr Sohn Alois mit Frau Frau Imelda freuen sich über die Glückwünsche von Bgm. Friedrich Wieser, Vize-Bgm. Karl Mair, Sekr. Bernhard Bodner und OSR Franz Wieser. Foto: Karl Schett