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Pfarrer Dobler

In der Sonntagsmesse am 2. April 2017 gedachte man in würdiger Weise unseres hoch verdienten Pfarrers. Der Strassener Männerchor unter der Leitung von OSR Franz Wieser sang, mit Saitenmusik begleitet, die Mühlauer Singmesse von Siegfried Singer. Auch Verwandte von Pfarrer Dobler wohnten der Messfeier bei. Initiator Peter Weiler sen. Galler erinnerte in einer kurzen Ansprache an den langjährigen Seelsorger und dankte allen für das Mitfeiern.

Initiator Peter Weiler sen. im Gespräch mit den Verwandten von Pfarrer Dobler

 

Viele Begebenheiten erinnern an Pfarrer Dobler

Cons. Dobler konnte in Strassen vom 25-jährigen Priesterjubiläum 1963 bis zum 65-jährigen Jubiläum am 14. Sept. 2003 alle seine Priesterfeste begehen. Am 24. Sept. 1978 wurde ihm zum Anlass seines 40-jährigen Priesterjubiläums und gleichzeitig 25-jährigen Wirkens in Strassen die Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Strassen verliehen.

Dieser Beitrag soll aber nicht von unvergesslichen Feieranlässen handeln. In ein paar kurzen Geschichten wollen wir erzählen, wie Pfarrer Dobler als Priester und Mensch vielen Bewohnern von Strassen in Erinnerung bleibt.

„Heute hat unser Pfarrer wieder einmal ordentlich gepredigt!“

Die Predigt war für Pfarrer Dobler immer ein wichtiger Teil der hl. Messe an Sonn- und Feiertagen und natürlich an den großen kirchlichen Festen in Strassen. Er bereitete sich stets sorgfältig vor und gab den Zuhörern neben religiösen Gedanken auch viel Lebensweisheit mit. Bei einer Predigt, die früher meist eine Viertelstunde oder länger dauerte und von der Kanzel in der Dreifaltigkeits- und St. Jakobskirche (sie hatte früher auch eine Kanzel) gehalten wurde, zog der Pfarrer alle rhetorischen Register. Wenn einmal etwas Ungutes in Strassen passierte, konnte das am Sonntag durchaus eine „Strafpredigt“ zur Folge haben. Umgekehrt gab es natürlich an Festtagen besonders feierliche Predigten, die dann beim Festmahl ihre humorvolle Fortsetzung erfuhren. Das „Fest der Predigten“ in Strassen war früher sicher Pfingsten mit dem 40-stündigen Gebet. Da wurde eigens ein Priester von auswärts engagiert, der am Pfingst-Samstag, -Sonntag und –Montag jeweils beim Früh-, Vormittags- und Nachmittagsgottesdienst, insgesamt also neunmal, predigte und das meist zu bestimmten zusammenhängenden Themen.

Eine besondere Gabe hatte Pfarrer Dobler, wenn er bei Begräbnissen in einem ausführlichen Nachruf Leben und Wirken der Verstorbenen würdigte, die er meist jahrzehntelang persönlich kannte. Unvergessen bleibt seine letzte „Bergpredigt“ bei der Almmesse am 7. Sept. 2003, bei der er alle Mitfeiernden wie in einem letzten Vermächtnis eindringlich bat, den Glauben an Gott auch in Zukunft in Strassen lebendig zu erhalten.

Pfarrer Dobler bei seiner legendären "Bergpredigt" zur Almmesse beim unteren Fronstadler Almkreuz am 3. Sept. 2003

 

„Diesmal haben wir wieder ein großartiges Spendenergebnis erzielt!“

Für kirchliche Spendenaktionen setzte sich Pfarrer Dobler immer besonders ein. Dabei handelte es sich hauptsächlich um die Aktion „Bruder in Not“ im Advent, die Sternsinger-Aktion, die Caritas Haussammlung in der Fastenzeit und die Caritas-Sammlung zum Hohen Frauentag am 15. August. Die Sammlungen kündigte er rechtzeitig mündlich und schriftlich (Gottesdienstordnung) an und teilte das Ergebnis beim folgenden Sonntagsgottesdienst mit entsprechenden begleitenden Worten den Kirchenbesuchern mit. Dabei verglich er den Spendenertrag mit den Ergebnissen der Vorjahre und konnte ihn so bei großer Spendenfreudigkeit auch mit entsprechendem Stolz und Lob verkünden.

Dieser Spendeneifer ging so weit, dass er die Ergebnisse (vor allem bei „Bruder in Not“) mit jenen der Nachbarpfarre Kartitsch verglich, wo sein Freund Josef Grimm Pfarrer war, der auch seine Pfarrkinder zu Höchstleistungen beim Spenden anspornte. Bei einer „Bruder in Not“-Sammlung war es endlich soweit, dass der Pfarrer stolz verkünden konnte: „Mit dem heurigen Spendenergebnis haben wir erstmals die Pfarre Kartitsch übertroffen!“

Ergänzend sei noch erwähnt, dass sich Pfarrer Dobler auch an den Haus-Sammlungen für die neuen Glocken 1954, und jenen für die Renovierung der St. Jakobs- und Dreifaltigkeitskirche sowie des Widums aktiv beteiligte.

 

Pfarrer Dobler feiert die Almmesse zur Einweihung der neu errichteten Fronstadler Almhütte am 11. Juli 1954 (Fotograf unbekannt).

 

„Am nächsten Sonntag machen wir nochmals das Erstkommunion-Foto.“

Natürlich gab es auch für Pfarrer Dobler hie und da aufregende Momente, in denen er dann eine unerwartete Handlung setzte. Bei der Erstkommunion am Weißen Sonntag, 10. April 1988, wollte man wie üblich nach der kirchlichen Feier das Erstkommunion-Gesamtfoto machen. Ich weiß nicht mehr, warum damals die Geduld des immerhin schon 74-jährigen Pfarrers überstrapaziert wurde, jedenfalls kam er nicht mehr aus der Sakristei und wir mussten das Gruppenfoto ohne den Pfarrer machen.

Diese unangenehme Sache ließ ihm aber keine Ruhe, und so teilte er mir ein paar Tage später mit: „Am nächsten Sonntag, 17. April 1988, ist Nachmittagsandacht mit Segnung der Erstkommunionkinder, und danach machen wir nochmals das Erstkommunion-Gesamtfoto mit Tischmutter Barbara Male, der Klassenlehrerin Birgit Waldner und dem Pfarrer.“ So kamen wir 1988 zwar zu einem verspäteten, aber dafür vollständigen Erstkommunion-Foto.

Erstkommunion in Strassen am 10. April 1988 (Foto am 17. April 1988)

 

Die „Tarogger-Runde“ am Sonntagnachmittag

Früher, in den 1950er und 1960er Jahren, spielte Radio und Fernsehen noch keine große Rolle. Daher wurde allgemein und somit auch in den Pfarrhäusern dem Kartenspiel viel mehr Freizeit gewidmet. Das war auch im Strassener Widum so, wo sich eine illustre Runde am Sonntagnachmittag nach dem Rosenkranz zum Tarockspiel traf. Neben Pfarrer Dobler saßen da am großen Kartentisch in wechselnder Besetzung Natalis Villgrater, Schustermeister bei Schupfer, Gemeindesekretär Sepp Steidl, Gendarm Josef Moser, Jakob Troyer/Hanz in Fronstadel und Josef Joas/Töniger in Bichl. Beim Tarockspiel und Genuss eines guten Weines konnte es recht aufgeregt und laut zugehen, wobei auch die wechselnde Partnerzugehörigkeit (nach den Tarock-Regeln) und vielleicht manch unnötig verlorene Partie eine Rolle spielten. Doch bis zum nächsten Kartentreff war die meiste Aufregung wieder verflogen.

 

Launige Tischrede von Pfarrer Dobler beim Festmahl zur Primiz von Neupriester Johann Huber/Sexter am 7. Juni 1976

 

In eigener Sache:

Wer eine interessante oder lustige Begebenheit mit Pfarrer Dobler weiß, soll bitte mit mir Kontakt aufnehmen, sodass wir noch ein, zwei Geschichten anfügen können.

Auf meine Bitte, originale Strassener Dialektwörter (> 3. Beitrag) zu sammeln, haben schon einige damit begonnen und mir auch ihren „Schatz“ zukommen lassen. Bitte weiter sammeln und gleich aufschreiben! In einem der heurigen Beiträge werden dann die nächsten 100 Dialektwörter veröffentlicht.

Herzlichen Dank!                                                                                                                                                                    Tel. 04846/6569

 

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