Mo01.Jan

Trauersitzung des Gemeinderates

am Freitag, 28.01.1979 um 20.00 Uhr

I. Begrüßung

II.

Heute waren wir alle dabei, als wir den Verstorbenen, dessen wir in der heutigen Sitzung gedenken wollen, gemeinsam zu Grabe getragen haben. Wir alle kannten Staffiner Vater als Privatperson, als Bürgermeister, als Mensch.

Wenn wir jetzt seiner in dieser Trauersitzung gedenken sollen, so ist es sicherlich recht, wenn wir nochmals kurz seinen Lebensweg etwas rückblickend betrachten.

Geboren wurde er am 23.12.1903 in Strassen und hat er in dem langen Leben viele Funktionen inngehabt:

Allein in der Gemeinde hatte er seine Dienste 37 Jahre aufopfernd bewältigt:

Von

  • 1928 - 1935 war er Gemeinderat
  • 1935 - 1938 Vize-Bürgermeister
  • 1939 - 1941 Gemeinde Beirat
  • 1949 - 1956 Vize-Bürgermeister
  • 1956 - 1974 Bürgermeister, also 18 Jahre

In seine Funktionsperiode fallen sicherlich viele bedeutende Objektbauten wie etwa: mehrere Wegbauten, Asphaltierungen, Wildwasserverbauungen, Bewältigung der Lage nach den hochwasserkatastrophen, Gemeindehaus Neubau und dessen Zubau, Zu- und Umbau der Volksschule, Widumrenovierung, Renovierung der St. jakobskirche, Kindergartenerrichtung, Aufbau der Feuerwehr, Kanalisierungen, Wasserleitungsbauten und vieles andere mehr. Das waren sicherlich Pionierleistungen, die aufgrund der damaligen Finanzgebahrung der Gemeinde nicht immer leicht waren, durchzusetzen, und die Finanzierung zu sichern. Durch sein langjähriges Verfügungstellen seiner Kräfte, seines Wissens und seiner umsichtigen Meinung war er überall beliebt und geschätzt, sodass er fast nicht anders konnte, als bei vielen Vereinen und Institutionen als gesuchter Mensch seinen Mann zu stellen.

Im Bauernbund war er von 1924 - 1935 Schriftführer und Kassier der Ortsbauernschaft Strassen, von 1935 bis 1938 Bezirksbauernrat und Gebietsobmann im Osttiroler Oberland. Die Bauern wissen, was er in dieser Zeit alles geleistet hat und wussten diese Arbeit zu schätzen.

In der Raiffeisenkasse war er von 1924 - 1928 Vorstandsmitglied, von 1928 bis 1972 Obmann der Raiffeisenkasse Strassen und seit der Fusionierung imi Jahre 1972 bis 1978 Vorstandsmitglied der Raika Sillian-Strassen.

In der Genossenschaft war er 30 Jahre - bis 1969 Obmann der der Saatbaugenossenschaft Lienz und von 1955 bis 1969 Vorstandsmitglied der Landwirtschaftlichen Genossenschaft Lienz.

Als ÖVP-Obmann der Ortsgruppe Strassen war er von 1954 bis 1965 tätig.

Wofür er lebte und viel Geduld und Zeit investierte, war sicherlich seine Verbundenheit mit der Tradition und dem Schützenwesen. Bereits im Alter von 7 Jahren ging er zu den Jungschützen und hatte die Fahnenbegleiterstelle bis 1918 inne. In den Jahren 1919 bis 1942 war er aktiver Schütze. Von 1942 bis 1953 schritt er der Kompanie als Fähnrich voran. Als Hauptmann von 1953 bis 1978 stellte er seinen Mann. Von 1954 bis 1961 hatte er gleichzeitig die Funktino des Bezirksmajors Oberland über und stand in der zeit von 1965 bis 1978 als Kommandant des Osttiroler Schützenviertels dem gesmaten Bezirk vor. Er vertrat mit großer Verantwortung die Osttiroler Schützen in der Bundesleitung, sodass er 1978 vom Bund der Tiroler Schützen zum Bundes-Ehrenmajor ernannt wurde.

Im 2. Weltkrieg war er 1941/42 im Raume Obertilliach bei der Fliegerabwehr eingesetzt. Weiters war er ein begeisterter Theaterspieler und wurde mit der Ehrenmitgliedschaft ausgezeichnet. Mehrere Jahre war er im Verwaltungsausschuss des Bezirkskrankenhauses Lienz und auch noch im Verwaltungsausschuss des Osttiroler Sudentenhilfsfonds tötig. Auch war er Mitglied der Grundverkehrsbehörde Strassen und geschätzter Schätzmann für bäuerliche Angelegenheiten. Sicherlich fehlen in dieser Aufstellung weitere Funktionen, die er ausgeübt hat.

Wir seitens der Gemeinde dankten ihm seinen Einsatz im Jahre 1973 mit der Verleihung des Ehrenbürgerrechtes der Gemeinde Strassen.

So kann man sagen, dass der verstorbene Staffiner Vater ein Persönlichkeitsbild darstellte, dem viele Bilder sich in einer Person vereinten:
Gemeindevater - meisterlicher Brückenbauer im Dienste des Gemeindefriedens, als Schützenmajor und Mitgestalter zahlreicher Festlichkeiten (davon bei sechs Primizen) - die Vorbildlichkeit der Staffinerfamilie in ihrer Strebsamkeit und Bildungsfreudigkeit, den aufrechten und mannhaften Christen, dessen Gläubigkeit und die wahre Glaubwürdigkeit nie in Zweifel zog. In seiner 20-jährigen Funktion als Kirchenrat setzte er sich auch wärmstens für alle kirchlichen Belange ein.

Mit dem Staffiner Vater haben wir eine Persönlichkeit verloren, die ein ganzes Leben lang den Motor für das Dorfgeschehen bildete und darüber hinaus dem Bezirke seine Kraft zur Verfügung stellte. Unermüdlich und zäh rang er für seine zielstrebigen Ideen, immer das Gemeinschaftswohl im Auge behaltend.

Dass er ein so langes Leben vom höchsten gewährt erhielt, wird sicherlich der Herrgott gewusst haben. 1933 ehelichte er Maria Innerhofer, und es entsprossen dieser Ehe zwei Söhne und fünf Töchter. Wie uns allen bekannt ist, sind auch diese Kinder bereits versorgt, haben gute Posten und Familien. Zusätzlich zu den Mühen und Aufgaben einer Großfamilie nahm er zwei Ziehkinder zu sich (Astrid und Alfred).

So wollen wir seiner gedenken, ihn stets in ehrender Erinnerung behalten und uns zu einer Gedenkminute von den Sitzen erheben.

...............

Danke.

Somit danke ich allen Gemeinderäten für Euer kommen und schließe die Trauersitzung zu Ehren unseres lieben verstorbenen Staffiner Vater.

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